Informationen zum VAB

Vorqualifizierungsjahr Arbeit/Beruf - VAB (früher: BVJ)

Gehörlose, schwerhörige oder sprachbehinderte Jugendliche, die bei ihrer Schulentlassung noch keine Berufswahl treffen konnten oder die den Anforderungen einer Berufsausbildung noch nicht gewachsen sind, können die einjährige Sonderberufsfachschule zur Vorqualifizierung besuchen.

Hier werden Kenntnisse und Fertigkeiten vermittelt, die die Grundlage und Voraussetzung für eine künftige Berufsausbildung bilden. Der Unterricht umfasst je zur Hälfte Theorieunterricht und fachpraktische Unterweisung.


Was ist das "Vorqualifizierungsjahr Arbeit/Beruf"?

Das VAB ist eine Sonderschule mit Werkstattbereich und angeschlossenem Wohnheim. Wir können hör- und sprachgeschädigte Jugendliche aufnehmen, die den Anforderungen und Belastungen einer Berufsausbildung noch nicht gewachsen sind.


Warum Förderung im VAB?

Ursachen, weshalb Jugendliche die Förderung des BVJ in Anspruch nehmen, sind oft:

  • allgemeine Entwicklungsrückstände
  • Nachholbedarf in wichtigen schulischen Lernbereichen
  • weitere Beeinträchtigungen
  • Lernstörungen, Verhaltensauffälligkeiten
  • motorische Hemmnisse
  • unzureichende Deutschkenntnisse
  • Probleme bei der kulturellen und sozialen Integration
  • Schwierigkeiten bei der Berufsfindung


Was wollen wir erreichen?

Die Jugendlichen sollen befähigt werden, eine ihren Möglichkeiten entsprechende Berufswahl zu treffen, die ihre Chancen für eine erfolgreiche Integration auf dem freien Arbeitsmarkt erhöhen.


Wie werden Jugendliche im VAB gefördert?

Mit den Schülern werden Kenntnisse und Fähigkeiten erarbeitet, die für die künftige Arbeit im Berufsleben grundlegend wichtig sind. Dazu gehören:

  • die Arbeit in verschiedenen Berufsfeldern
  • die Aufarbeitung schulischer Defizite
  • erzieherische Maßnahmen wie die Förderung von Selbstständigkeit, Fleiß und Ausdauer

Der Unterricht umfasst je zur Hälfte allgemeinbildende Fächer und fachpraktische Unterweisung in den Berufsfeldern:

  • Metalltechnik (einschl. Technisches Zeichnen)
  • Holztechnik
  • Farbtechnik
  • Ernährung und Hauswirtschaft
  • Textiltechnik
  • Agrarwirtschaft (Gartenbau)

Die Einführung in weitere Berufsfelder erfolgt durch Praktika.

Es wird ein individuelle Förderkonzept erarbeitet, das die Dauer und Intensität der allgemeinen und begleitenden Maßnahmen wie:

  • Teilnahme an Fachklassen
  • Auswahl der Praktika
  • Sprachtherapie
  • AG Deutsch als Fremdsprache
  • sonderpädagogische Einzelförderung

usw. festgelegt. Es werden neun bzw. zehn Klassen gebildet. Die Verteilung der Schülerinnen und Schüler auf die Klassen erfolgt nach Leistungsfähigkeit. Dies ermöglicht optimale Lernfortschritte für alle.

In regelmäßigen Beratungsgesprächen mit den begleitenden Berufsberatern des Arbeitsamtes werden Rückmeldungen über die aktuelle Entwicklung und Perspektiven zur Berufswahl abgeglichen und bewertet.


Wie viel kostet der VAB-Besuch?

Es wird kein Schulgeld erhoben. Die Kosten der Heimunterbringung werden auf Antrag (unter Anrechnung von BAföG-Leistungen) durch den zuständigen Träger der Sozialhilfe übernommen. Eventuell ist ein Eigenbetrag in Höhe der "häuslichen Ersparnisse" zu erbringen.


Wie melden Sie sich an?

Die Anmeldung erfolgt in der Regel aufgrund einer im Eingliederungsvorschlag der Berufsberatung empfohlenen Fördermaßnahme.


Was kommt nach dem VAB?

Nach Beendigung des VAB´s gibt es mehrere Förderungsmöglichkeiten:

  1. Eine Ausbildung in der freien Wirtschaft oder am Berufsbildungswerk der Paulinenpflege (BBW) für Schüler, die den Anforderungen gewachsen sind.
  2. Eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (BvB) für Schüler, die den Anforderungen einer Ausbildung nicht gewachsen sind, mit dem Förderschwerpunkt im fachpraktischen Bereich mit dem Ziel der Vermittlung auf dem freien Arbeitsmarkt.
  3. Eine Wiederholung des VAB´s für Schüler, die den Anforderungen einer Ausbildung noch nicht gewachsen sind, die aber durch eine weitere schulische Unterstützung die Ausbildungsreife erreichen können.
  4. Eine mehrjährige Förderung in der Werkstufe der Paulinenpflege für Schüler, die auch nach intensiver Betreuung für eine Eingliederung ins Berufsleben nicht geeignet sind.
  5. Mit der Berufsfachschule in 2-3 Jahren zur Fachchulreife. Voraussetzungen: Hauptschulabschluß (Notenschnitt mindestens 3,0 in Deutsch, Mathe, Englisch, in Deutsch mindestens: 3,0, in Mathe mindestens 4,0)

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